Akku tiefentladen – was tun?

Ein Akku, der sich nicht mehr laden lässt oder von einem Gerät gar nicht erst erkannt wird, ist im Alltag schnell ein echtes Problem. Häufig steckt dahinter eine sogenannte Tiefentladung. Dabei sinkt die Spannung des Akkus unter einen kritischen Wert, sodass er praktisch wie „tot“ wirkt.
Das kann bei vielen Geräten passieren, zum Beispiel bei Smartphones, E-Bikes, Akkuschraubern, Laptops oder Lautsprechern. Vor allem dann, wenn ein Gerät längere Zeit ungenutzt bleibt. Doch bedeutet eine Tiefentladung automatisch, dass der Akku unbrauchbar ist? Nicht immer. In manchen Fällen lässt er sich noch retten, in anderen ist ein Austausch die sicherere Lösung.
In diesem Artikel erfahren Sie, was eine Tiefentladung genau ist, wie sie entsteht, wie gefährlich sie sein kann und was Sie tun können, wenn ein Akku tiefentladen ist.
- Was bedeutet es, wenn ein Akku tiefentladen ist?
- Wie kommt es zu einer Tiefentladung?
- Ist eine Tiefentladung schädlich für den Akku?
- Sollte man einen tiefentladenen Akku wieder laden?
- Tiefentladenen Akku wieder aufladen: So gehen Sie vor
- Wann sollte man einen tiefentladenen Akku nicht mehr verwenden?
- Tiefentladung vermeiden: Die besten Tipps
- Häufige Fragen
- Fazit
Was bedeutet es, wenn ein Akku tiefentladen ist?
Ein Akku gilt als tiefentladen, wenn seine Spannung unter die sogenannte Entladeschlussspannung fällt. Diese Spannung markiert den Bereich, unter dem ein Akku nicht weiter entladen werden sollte, weil sonst Schäden an den Zellen entstehen können.
Bei Lithium-Ionen-Akkus bewegen sich beim Laden und Entladen Lithium-Ionen zwischen den Elektroden hin und her. Sinkt der Energieinhalt des Akkus, nimmt auch die Zellspannung ab. Wird ein kritischer Grenzwert unterschritten, können im Inneren chemische Prozesse einsetzen, die den Akku dauerhaft schädigen.
Typische Entladeschlussspannungen liegen ungefähr bei:
- 2,5 Volt pro Zelle bei klassischen Lithium-Ionen-Akkus
- 3,3 Volt pro Zelle bei Lithium-Polymer-Akkus
- 2,0 Volt pro Zelle bei Lithium-Eisenphosphat-Akkus
Liegt die Spannung sogar im Ruhezustand unter diesen Werten, spricht man in der Regel von einer Tiefentladung.
Wie kommt es zu einer Tiefentladung?
Der häufigste Grund ist simpel: Der Akku wird über längere Zeit nicht geladen. Auch wenn ein Gerät ausgeschaltet ist oder nicht aktiv genutzt wird, verliert der Akku langsam Energie. Diese sogenannte Selbstentladung ist normalerweise gering, kann sich über Wochen oder Monate aber summieren.
Bleibt ein Gerät lange liegen, ohne zwischendurch geladen zu werden, kann der Akkustand so weit absinken, dass die Spannung unter den kritischen Bereich fällt. Besonders häufig passiert das bei Smartphones, Laptops, Bluetooth-Lautsprechern, E-Bikes oder Akku-Werkzeugen.
Daneben gibt es noch weitere mögliche Ursachen:
- Selbstentladung bei langem Nichtgebrauch
- Defekte Elektronik oder ein fehlerhaftes Batteriemanagementsystem
- Ein stark gealterter oder verschlissener Akku
- Falsches Laden oder ein defektes Ladegerät
Gerade ältere Akkus verlieren oft schneller an Kapazität und reagieren empfindlicher auf lange Lagerzeiten. Dadurch steigt das Risiko einer Tiefentladung zusätzlich.
Ist eine Tiefentladung schädlich für den Akku?
Ja, eine Tiefentladung kann einen Akku deutlich schädigen. Wird die zulässige Mindestspannung unterschritten, können sich die Materialien im Inneren der Zelle verändern. Das führt häufig dazu, dass der Akku weniger Energie speichern kann und insgesamt schneller altert.
Besonders empfindlich sind Lithium-Ionen-Akkus. Bei starker oder wiederholter Tiefentladung kann es zu irreversiblen Schäden kommen. Dazu zählen Kapazitätsverlust, ein instabiles Ladeverhalten oder im schlimmsten Fall interne Kurzschlüsse.
Moderne Akkus und Geräte besitzen zwar Schutzmechanismen, die extreme Schäden verhindern sollen. Trotzdem gilt: Je öfter ein Akku tiefentladen wird, desto stärker leidet in der Regel seine Lebensdauer.
Sollte man einen tiefentladenen Akku wieder laden?
Das kommt auf den Zustand des Akkus an. Bei Lithium-Ionen-Akkus ist Vorsicht angebracht. Ist die Spannung deutlich unter den kritischen Wert gefallen, kann der Akku bereits dauerhaft beschädigt sein. In solchen Fällen kann ein erneuter Ladeversuch riskant sein.
Beim Wiederaufladen eines stark tiefentladenen Akkus können sich unter Umständen feine metallische Strukturen bilden, sogenannte Dendriten. Diese können die Trennschicht im Akku beschädigen und im schlimmsten Fall zu einem internen Kurzschluss führen. Dadurch steigt das Risiko von Überhitzung, Rauchentwicklung oder sogar Brand.
Selbst wenn sich der Akku scheinbar wieder laden lässt, heißt das nicht automatisch, dass er wieder zuverlässig funktioniert. Oft zeigt sich danach:
- deutlich geringere Kapazität
- schnellere Entladung
- instabile Ladeanzeige
- verkürzte Lebensdauer
Es gibt allerdings auch Fälle, in denen der Akku nicht wirklich zerstört ist, sondern das Batteriemanagementsystem ihn aus Sicherheitsgründen abgeschaltet hat. Dann kann ein vorsichtiger Ladeversuch manchmal funktionieren.
Tiefentladenen Akku wieder aufladen: So gehen Sie vor
Ein tiefentladener Akku lässt sich nicht immer retten. Wenn er beschädigt ist oder sich auffällig verhält, sollte er aus Sicherheitsgründen ersetzt werden. Bevor Sie ihn jedoch entsorgen, können Sie einige grundlegende Schritte prüfen.
1. Spannung messen
Prüfen Sie die Spannung des Akkus mit einem Multimeter. So erkennen Sie, ob noch eine Restspannung vorhanden ist oder ob der Akku tatsächlich tiefentladen ist.
2. Passendes Ladegerät verwenden
Schließen Sie den Akku nur an ein geeignetes und funktionierendes Ladegerät an. Verwenden Sie möglichst das Original-Ladegerät oder ein technisch passendes Modell.
3. Ladevorgang beobachten
Behalten Sie den Akku während des Ladens genau im Blick. Wird er ungewöhnlich warm, bläht er sich auf oder riecht auffällig, brechen Sie den Vorgang sofort ab.
4. Gerät erneut testen
Wird der Akku wieder erkannt, kann es helfen, ihn einige Male normal zu laden und zu entladen. Dadurch kann sich die Ladeanzeige des Geräts wieder stabilisieren.
5. Akku austauschen, wenn Probleme bleiben
Lässt sich der Akku weiterhin nicht laden oder zeigt er Auffälligkeiten, sollten Sie ihn nicht weiter benutzen. In diesem Fall ist ein Austausch meist die bessere und sicherere Lösung.
Wann sollte man einen tiefentladenen Akku nicht mehr verwenden?
Nicht jeder Akku lohnt einen Rettungsversuch. In diesen Fällen sollten Sie besonders vorsichtig sein und den Akku eher ersetzen:
- der Akku wird beim Laden schnell heiß
- das Gehäuse ist aufgebläht oder verformt
- es tritt ein chemischer Geruch auf
- der Akku wird vom Gerät weiterhin nicht erkannt
- die Laufzeit ist nach dem Laden extrem kurz
- der Akku war sehr lange vollständig entladen
Sobald eines dieser Anzeichen auftritt, ist Vorsicht wichtiger als ein weiterer Versuch. Ein neuer Akku ist dann oft die sicherere Wahl.
Wenn Sie Geräte oder Akkus in Garage, Keller oder Werkstatt lagern, behalten Sie mit einer Reolink Überwachungskamera alles im Blick. So erkennen Sie früh, ob Ladegeräte, E-Bikes oder Akkugeräte sicher aufbewahrt sind.
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Tiefentladung vermeiden: Die besten Tipps
Am besten ist es, eine Tiefentladung gar nicht erst entstehen zu lassen. Mit ein paar einfachen Maßnahmen lässt sich das Risiko deutlich senken.
Akku regelmäßig nachladen
Lassen Sie Geräte mit Lithium-Ionen-Akkus nicht monatelang ungenutzt liegen. Laden Sie sie in regelmäßigen Abständen nach, auch wenn Sie sie gerade nicht verwenden.
Geräte nicht komplett leer lagern
Wenn Sie ein Gerät längere Zeit aufbewahren möchten, ist ein Ladezustand von etwa 40 bis 60 Prozent meist sinnvoll.
Nicht immer bis 0 Prozent entladen
Moderne Lithium-Ionen-Akkus müssen nicht vollständig leer werden. Im Gegenteil: Häufige Komplettentladungen belasten den Akku eher.
Nur passende Ladegeräte verwenden
Ein geeignetes Ladegerät sorgt für stabile Ladebedingungen und schützt den Akku besser vor Fehlfunktionen.
Akkustand bei Lagerung kontrollieren
Prüfen Sie bei selten genutzten Geräten alle paar Monate den Akkustand. So können Sie rechtzeitig nachladen, bevor die Spannung kritisch absinkt.
Häufige Fragen
Kann man eine tiefentladene Batterie wieder aufladen?
Manchmal ja, aber nicht immer sicher oder sinnvoll. Wenn noch etwas Restspannung vorhanden ist, kann sich ein tiefentladener Akku mit einem passenden Ladegerät unter Umständen wieder aktivieren lassen. Ist die Spannung jedoch zu weit abgesunken, kann der Akku dauerhaft geschädigt sein. Dann drohen Kapazitätsverlust, instabiles Ladeverhalten oder im schlimmsten Fall Sicherheitsrisiken. Bei auffälliger Hitze oder Aufblähung sollten Sie ihn nicht weiter verwenden.
Wie erkenne ich, ob ein Akku tiefentladen ist?
Ein typisches Zeichen ist, dass sich der Akku gar nicht mehr laden lässt oder vom Gerät nicht erkannt wird. Häufig bleibt der Bildschirm schwarz, obwohl das Ladegerät angeschlossen ist. Wirklich sicher prüfen lässt sich das mit einem Multimeter, denn dabei misst man die Spannung direkt. Liegt sie unter der üblichen Mindestspannung des Akkutyps, spricht vieles für eine Tiefentladung. Auch sehr lange Lagerung ohne Nachladen ist ein häufiger Hinweis.
Fazit
Eine Tiefentladung ist für Akkus ein ernstes Problem und kann ihre Lebensdauer deutlich verkürzen. Besonders Lithium-Ionen-Akkus reagieren empfindlich auf zu niedrige Spannungen. Deshalb sollten sie möglichst nicht über längere Zeit vollständig entladen bleiben.
In manchen Fällen lässt sich ein scheinbar tiefentladener Akku noch einmal aktivieren. Eine Garantie dafür gibt es jedoch nicht. Wenn der Akku auffällig heiß wird, sich aufbläht oder weiterhin nicht funktioniert, ist ein Austausch meist die vernünftigste Lösung.
Wer Akkus regelmäßig lädt, korrekt lagert und passende Ladegeräte verwendet, kann das Risiko einer Tiefentladung im Alltag deutlich reduzieren.
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