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PoE-Spannung verstehen: Volt, Standards und sichere Praxis für Ihre Geräte

Kwan2/4/2026
PoE Spannung

PoE arbeitet nicht mit einer einzigen festen Spannung, sondern mit einem definierten Spannungsbereich, in dem viele Geräte typischerweise um 48 V betrieben werden. Für die Praxis ist wichtiger als die reine Volt-Zahl, ob Ihr Switch den passenden IEEE-Standard liefert und ob das Leistungsbudget in Watt für Ihr Endgerät reicht. Wenn Sie standardsbasiertes Active PoE nutzen und passives PoE nur bei klarer Herstellerfreigabe einsetzen, vermeiden Sie die meisten Defekte und Ausfälle.

Was bedeutet PoE Spannung überhaupt?

Power over Ethernet (PoE) versorgt Netzwerkgeräte über dasselbe Ethernet-Kabel, das auch Daten überträgt. Dabei werden drei Größen oft verwechselt: Spannung (Volt), Strom (Ampere) und Leistung (Watt). Leistung ergibt sich aus Spannung mal Strom, also gilt: Bei gleicher Leistung führt mehr Spannung zu weniger Strom und damit meist zu weniger Leitungsverlusten und weniger Erwärmung.

Ein PoE-System hat zwei Rollen: Das Power Sourcing Equipment (PSE) liefert Strom, zum Beispiel ein PoE-Switch oder ein PoE-Injektor. Das Powered Device (PD) verbraucht ihn, etwa eine IP-Kamera, ein WLAN-Access-Point oder ein VoIP-Telefon. Bei standardsbasiertem PoE handeln PSE und PD vor der Versorgung aus, ob PoE erlaubt ist und wie viel Leistung bereitgestellt werden darf.

Warum sind es so oft 48 Volt?

48 V ist ein gängiger Praxiswert, weil er gut in das normierte Spannungsfenster passt und technische Vorteile bietet. Viele Übersichten nennen für PoE einen Bereich von 44 bis 57 V, wobei 48 V häufig als typischer Richtwert auftaucht. Entscheidend ist: In Datenblättern steht oft ein Spannungsbereich statt einer fixen Zahl, weil die tatsächlich anliegende Spannung von Standard, Aushandlung und Leitungsverlusten abhängt.

Der Hintergrund ist pragmatisch: Für dieselbe Leistung bedeutet eine höhere Spannung weniger Strom. Weniger Strom reduziert typischerweise Wärmeentwicklung im Kabel und minimiert Verluste, besonders bei längeren Strecken. Gleichzeitig bleibt man im Bereich der Schutzkleinspannung, was Installationen in vielen Umgebungen vereinfacht.

PoE Standards und typische Spannungsbereiche

Standardsbasiertes PoE orientiert sich an IEEE 802.3-Normen und legt fest, wie Erkennung, Klassifizierung und Leistungsabgabe funktionieren. Im Alltag begegnen Ihnen vor allem 802.3af, 802.3at und 802.3bt. Die Spannung bleibt dabei in ähnlichen Fenstern, während die maximal verfügbare Leistung pro Port steigt.

802.3af (PoE, Typ 1)

802.3af ist das klassische PoE und wird häufig mit einem Spannungsbereich von 44 bis 57 V beschrieben. Die maximale Portleistung am PSE wird in vielen Zusammenfassungen mit 15,4 W angegeben. Typische Geräte sind einfache IP-Kameras, VoIP-Telefone oder kleinere Access Points, bei denen das Leistungsbudget oft früher limitiert als die Spannung.

802.3at (PoE+, Typ 2)

PoE+ erhöht vor allem die verfügbare Leistung und wird häufig mit bis zu 30 W am PSE genannt. Der Spannungsbereich wird weiterhin oft im Bereich um etwa 50 bis 57 V beschrieben, je nach Quelle und Betrachtungspunkt. Relevant ist PoE+ vor allem für leistungsstärkere WLAN-Access-Points, höher auflösende Kameras oder Geräte mit zusätzlicher Mechanik.

802.3bt (Typ 3 und Typ 4, oft PoE++ genannt)

802.3bt hebt das Leistungsniveau deutlich an und ermöglicht je nach Typ wesentlich höhere Leistungsabgaben als PoE und PoE+. Viele Erklärseiten betonen, dass 802.3bt die Versorgung über vier Adernpaare unterstützen kann, wodurch höhere Leistungen praxisnaher werden. In der Planung bedeutet das häufig: Das Gesamtleistungsbudget des Switches wird kritischer, nicht unbedingt eine völlig andere PoE-Spannung.

Active PoE vs passives PoE: Woher kommt die Verwirrung?

Active PoE ist standardsbasiert und nutzt Erkennung sowie Aushandlung zwischen PSE und PD. Das PSE prüft zuerst, ob ein PoE-fähiges Gerät angeschlossen ist, und gibt erst dann Leistung frei. Dadurch werden Geräte ohne PoE-Unterstützung typischerweise besser geschützt.

Passives PoE ist meist herstellerspezifisch und kann ohne Aushandlung arbeiten. Häufige Varianten sind 12 V oder 24 V, je nach System, aber die konkrete Spannung ist nur ein Teil des Risikos. Kritisch ist vor allem, dass ohne Aushandlungsmechanismus Spannung anliegen kann, obwohl das angeschlossene Gerät dafür nicht ausgelegt ist. Nutzen Sie passives PoE deshalb nur, wenn beide Seiten ausdrücklich dafür spezifiziert sind und die Herstellerangaben eindeutig sind.

Praxis: So prüfen Sie Kompatibilität und vermeiden Ausfälle

Wenn Sie „PoE Spannung“ klären wollen, bringt ein kurzer Systemcheck meist schneller Klarheit als das Suchen nach einer einzelnen Volt-Zahl.

  • Prüfen Sie am Endgerät, welchen PoE-Standard es unterstützt, zum Beispiel 802.3af oder 802.3at, und welche maximale Leistungsaufnahme (Watt) angegeben ist.
  • Prüfen Sie am Switch oder Injektor, welche Standards pro Port unterstützt werden und wie hoch das Gesamtleistungsbudget ist. Ein Switch kann pro Port ausreichend liefern, aber insgesamt zu wenig Leistung für alle Ports gleichzeitig haben.
  • Beachten Sie Kabel und Strecke: Ethernet-Verkabelung ist typischerweise auf bis zu 100 m ausgelegt, und mit längeren Strecken steigen Verluste und die Empfindlichkeit gegenüber schlechteren Steckverbindungen.
  • Planen Sie Reserven ein: Geräte ziehen beim Start oder bei Funktionswechseln kurzfristig mehr Leistung, etwa beim Umschalten in den Nachtmodus oder beim Aktivieren von IR-Licht.

Typische Symptome und die wahrscheinlichsten Ursachen:

  • Gerät startet nicht: PoE Standard passt nicht, Port liefert zu wenig Leistung oder es handelt sich um passives PoE Missverständnis.
  • Gerät startet, fällt aber aus: Budget am Switch wird unter Last überschritten, oder Kabelqualität und Steckverbindungen verursachen zusätzliche Verluste.
  • Einige Geräte funktionieren, andere nicht: Unterschiedliche Leistungsprofile, unterschiedliche Port Konfigurationen oder Mischbetrieb aus PoE und PoE+.

Kurzcheck für IP Kameras und NVR Setups

IP-Kameras sind ein typischer PoE-Anwendungsfall, weil nur ein Kabel für Daten und Strom nötig ist. Gleichzeitig steigt die Leistungsaufnahme schnell, wenn Funktionen aktiv sind, zum Beispiel IR-Beleuchtung, stärkere Sensorik, PTZ-Motorik oder Heizelemente bei Outdoor-Modellen. Deshalb ist die Wahl zwischen 802.3af, PoE+ und in Spezialfällen 802.3bt meist eine Budget- und Lastprofilentscheidung.

Eine einfache Kamera ohne Zusatzfunktionen läuft häufig stabil mit Standard-PoE. Wenn Sie höhere Auflösung, starke IR-Beleuchtung oder motorisierte Funktionen nutzen, ist PoE+ oder bei besonders hoher Last 802.3bt oft die robustere Wahl. Entscheidend ist nicht, ob PoE „immer 48 V“ ist, sondern ob Standard und Leistungsbudget zu Ihrem realen Verbrauch passen.

Planen Sie PoE richtig, dann läuft Ihre Überwachung stabil. Reolink PoE-Überwachungskameras liefern klare Bilder und eine einfache Installation per Netzwerkkabel. Wählen Sie passende Standards und profitieren Sie von zuverlässiger Stromversorgung ohne separate Steckdose.

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Fazit

PoE-Spannung ist kein Fixwert, sondern ein normierter Bereich, in dem 48 V häufig als alltagstauglicher Richtwert auftaucht. Für stabile Installationen sind Standard, Aushandlung und Leistungsbudget in Watt wichtiger als die Suche nach einer einzigen Volt-Zahl. Setzen Sie bevorzugt Active PoE ein, nutzen Sie passives PoE nur bei klarer Herstellerfreigabe und planen Sie Kabelstrecke sowie Leistungsreserven ein, dann läuft Ihr PoE-Setup deutlich zuverlässiger.

Häufige Fragen zur PoE-Spannung

Wie viel Volt bei PoE?

In den IEEE PoE Standards liegt die Spannung typischerweise im Bereich von etwa 44 bis 57 Volt, oft wird 48 Volt als Richtwert genannt. Entscheidend ist, dass PSE und PD den Standard aushandeln und die Leistung zum Gerät passt. Prüfen Sie daher Datenblatt, PoE Klasse und das Port Budget Ihres Switches.

Ist PoE 12V oder 24V?

Standardkonformes Active PoE arbeitet in der Regel nicht mit 12 Volt oder 24 Volt, sondern in deutlich höheren Spannungsbereichen, die die IEEE Normen vorgeben. 12 Volt oder 24 Volt sind eher bei passivem PoE anzutreffen, das herstellerspezifisch sein kann und ohne Aushandlung arbeitet. Nutzen Sie das nur, wenn beide Geräte ausdrücklich dafür vorgesehen sind.

Ist PoE immer 48V?

PoE ist nicht immer exakt 48 Volt, sondern bewegt sich bei standardsbasiertem PoE innerhalb eines definierten Spannungsfensters. 48 Volt ist ein verbreiteter Praxiswert, weil er gut zu Kabelverlusten und Sicherheitsanforderungen passt. Je nach Standard und Last kann die anliegende Spannung variieren. Für Sie zählt vor allem: Unterstützen Switch und Endgerät denselben Standard und ist genügend Leistungsbudget vorhanden?

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Eine Redakteurin von Reolink, schreibt Blogbeiträge zu Lifestyle- und Technikthemen, teilt clevere Alltagstipps und stellt smarte Gadgets vor. Gleichzeitig als eine Nutzerin der Reolink-Produkte schaut sie beim Schreiben gerne mit der Kamera regelmäßig nach, ob es ihrer Katze zu Hause gut geht.