Ist Frankfurt gefährlich? Faktenbasierte Einordnung und praktische Sicherheitstipps

Frankfurt am Main ist nicht pauschal gefährlich, aber wie jede Großstadt hat die Stadt bestimmte Orte und Zeiten, in denen mehr Aufmerksamkeit sinnvoll ist. Laut Polizeilicher Kriminalstatistik (PKS) des Polizeipräsidiums Frankfurt am Main wurden 2025 insgesamt 113.603 Straftaten registriert. Die Häufigkeitszahl lag bei 14.624 Straftaten pro 100.000 Einwohner, die Aufklärungsquote bei 62,5%.
Für Besucherinnen und Besucher bedeutet das meistens: Der Alltag ist in vielen Vierteln normal und entspannt, während rund um den Hauptbahnhof, im Gedränge und spät nachts vor allem das Risiko für Kleinkriminalität, Konflikte und situative Unsicherheit steigt.
- Welche offiziellen Zahlen gibt es zur Kriminalität in Frankfurt?
- Warum wirkt Frankfurt in Statistiken oft auffälliger als kleinere Städte?
- Welche Delikte sind 2025 in Frankfurt gestiegen oder gesunken?
- Wo in Frankfurt sollte man besonders aufmerksam sein?
- Welche Stadtteile wirken für viele Besucher entspannter?
- Was tun im Ernstfall in Frankfurt?
- Fazit
- Häufige Fragen
Welche offiziellen Zahlen gibt es zur Kriminalität in Frankfurt?
Die beste öffentlich nachvollziehbare Datengrundlage ist die Polizeiliche Kriminalstatistik. Für Frankfurt nennt das Polizeipräsidium für 2025 einen leichten Anstieg um 336 Fälle auf 113.603 Straftaten. Das entspricht einem Plus von 0,3% gegenüber 2024.
Die Häufigkeitszahl stieg von 14.600 auf 14.624 Straftaten pro 100.000 Einwohner. Die Aufklärungsquote sank von 63,7% auf 62,5%. Gleichzeitig wuchs die amtlich gemeldete Einwohnerzahl der Stadt leicht von 775.790 auf 776.843.
Tabelle: Kurzüberblick PKS Frankfurt 2024 vs. 2025
Warum wirkt Frankfurt in Statistiken oft auffälliger als kleinere Städte?
Frankfurt ist Verkehrsknoten, Messe- und Finanzstandort und hat viele Pendler, Reisende und Kurzaufenthalte. Gleichzeitig fließen in die Frankfurter PKS auch Straftaten ein, die von der Bundespolizei am Flughafen sowie auf bahneigenem Gelände mit Tatort Frankfurt am Main aufgenommen werden. Dazu zählen unter anderem einreisebedingte Urkundenfälschungen und Straftaten nach dem Aufenthaltsgesetz.
Das kann Frankfurt im Städtevergleich auffälliger erscheinen lassen. Die Häufigkeitszahl bezieht sich auf die Wohnbevölkerung, während sich Tatgelegenheiten an stark frequentierten Orten wie Flughafen, Hauptbahnhof, Innenstadt, Messe und Nachtleben bündeln.
Welche Delikte sind 2025 in Frankfurt gestiegen oder gesunken?
Die PKS 2025 zeigt kein einfaches Bild von „mehr“ oder „weniger“ Kriminalität. Insgesamt blieb die Zahl der Straftaten nahezu stabil, einzelne Deliktbereiche entwickelten sich aber deutlich unterschiedlich.
Gestiegen sind unter anderem Beleidigung, Bedrohung und Körperverletzung. Diese drei Bereiche stiegen zusammen von 14.520 auf 16.005 Delikte. Die Polizei ordnet diese Entwicklung in den Kontext einer zunehmenden gesellschaftlichen Verrohung ein.
Rückläufig waren dagegen mehrere Delikte im öffentlichen Raum. Die Fallzahlen beim Taschendiebstahl sanken stadtweit um 22,7% auf 2.433 Fälle. Im Bahnhofsgebiet wurden 537 Fälle registriert, in der Innenstadt 425. Auch Straßenraub im Bahnhofsgebiet ging in den letzten zwei Jahren deutlich zurück und lag 2025 bei 198 Fällen.
Beim Wohnungseinbruchsdiebstahl gab es dagegen einen klaren Anstieg. Die Fallzahlen stiegen 2025 um 26,6% auf 1.333 Fälle, die Aufklärungsquote lag bei 11,9%. Mehr als ein Drittel der Fälle fand zur Tageszeit statt.
Auch häusliche Gewalt erreichte mit 2.281 Fällen einen neuen Höchststand, ein Plus von 10,7%. Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung stiegen um 9,2% auf 1.772 Fälle.
Wo in Frankfurt sollte man besonders aufmerksam sein?
Hauptbahnhof und Bahnhofsviertel
Rund um den Hauptbahnhof treffen Reisende, Pendler, Nachtleben und sichtbare soziale Problemlagen aufeinander. Das wirkt auf viele Menschen unangenehm oder stressig, auch wenn nicht automatisch etwas passiert.
Die PKS 2025 zeigt zugleich ein differenziertes Bild: Straßenraub und Taschendiebstahl sind im Bahnhofsgebiet zurückgegangen. Gleichzeitig bleibt der Bereich ein Schwerpunkt polizeilicher Maßnahmen, unter anderem wegen Drogenszene, Waffenverbotszone, Messerangriffen und Straftaten im öffentlichen Raum.
Was konkret hilft, ohne Panik zu schüren:
- Route vorab festlegen, besonders nachts.
- Gut beleuchtete, belebte Straßen bevorzugen.
- Wertgegenstände körpernah tragen.
- Handy nicht dauerhaft offen in der Hand halten.
- Bei aufdringlichen Situationen Abstand schaffen und weitergehen.
Öffentliche Verkehrsmittel
U-Bahn, S-Bahn, Tram und Bus sind in Frankfurt grundsätzlich normal. Das Risiko liegt eher in typischen Situationen: Ein- und Aussteigen, Rolltreppen, volle Bahnsteige und Gedränge.
Drei einfache Regeln reduzieren Taschendiebstahl-Risiken deutlich:
- Rucksack im Gedränge vor dem Körper tragen.
- Geldbörse und Smartphone nicht in Außen- oder Jackentaschen stecken.
- Bei Ablenkung durch Fragen, Drängeln oder Anrempeln bewusst Abstand herstellen.
Shopping, Events und Menschenmengen?
Innenstadt, Zeil, Märkte, Messezeiten oder Feiertage ziehen viele Menschen an. Menschenmengen sind für Taschendiebe attraktiv, weil kurze Ablenkung reicht.
Praktisch bewährt:
- Nur das Nötigste mitnehmen.
- Taschen mit Reißverschluss nutzen.
- Wichtige Karten getrennt aufbewahren.
- Smartphone nicht lose auf Restauranttischen liegen lassen.
Welche Stadtteile wirken für viele Besucher entspannter?
Kein Viertel ist nur „gut“ oder „schlecht“. Oft entscheiden Straßenzug, Uhrzeit und Route. Trotzdem hilft eine grobe Orientierung, weil sie die Wegeplanung erleichtert.
Häufig als angenehm und unaufgeregt wahrgenommen:
- Westend: eher ruhig, gepflegt, viele Wohn- und Bürostraßen
- Nordend: wohnlich, Cafés, viel Alltagsbetrieb
- Bornheim: lebendig, meist lokal geprägt
- Sachsenhausen: Gastronomie, tagsüber und abends in belebten Bereichen gut machbar
Situativ vorsichtiger, vor allem nachts:
- Umfeld Hauptbahnhof und Teile des Bahnhofsviertels
- große Umsteigepunkte zu später Stunde
- sehr ruhige Strecken abseits der Hauptwege
- Ausgehbereiche, wenn Alkohol, Gedränge und Konflikte zusammenkommen
Eine einfache Faustregel bleibt erstaunlich wirksam: Gehen Sie dort, wo Licht und Menschen sind.
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Was tun im Ernstfall in Frankfurt?
Was tun bei Diebstahl?
- In einen sicheren, belebten Ort gehen, zum Beispiel Geschäft, Hotel oder Restaurant.
- Karten und Zugänge sperren. In Deutschland ist dafür je nach Karte der Sperr-Notruf 116 116 hilfreich.
- Anzeige erstatten, wenn Sie Versicherungsnachweise oder Dokumentenersatz brauchen.
- Bei gestohlenen Ausweisen, Reiseunterlagen oder Schlüsseln sofort weitere Missbrauchsrisiken prüfen.
Was tun, wenn Sie sich bedroht fühlen?
- Distanz schaffen und Richtung Licht und Menschen bewegen.
- Personal ansprechen, etwa in Lobby, Kiosk, Tankstelle oder Restaurant.
- Keine Diskussion erzwingen, wenn die Situation eskaliert.
- Polizei rufen, wenn nötig: 110. Bei medizinischen Notfällen: 112.
Fazit
Frankfurt ist nicht pauschal gefährlich, sondern eine große, dynamische Stadt mit klaren Hotspots, in denen Aufmerksamkeit sinnvoll ist. Die PKS 2025 nennt 113.603 registrierte Straftaten, eine Häufigkeitszahl von 14.624 pro 100.000 Einwohner und eine Aufklärungsquote von 62,5%.
Wichtig ist die richtige Einordnung: Die Gesamtzahl ist gegenüber 2024 nur leicht gestiegen. Gleichzeitig gingen Taschendiebstahl und Straßenraub in wichtigen Innenstadtbereichen zurück, während Körperverletzung, Bedrohung, häusliche Gewalt, Sexualdelikte und Wohnungseinbruchsdiebstahl zunahmen.
Wenn Sie typische Risikosituationen kennen, etwa Hauptbahnhof-Umfeld, Gedränge, späte Wege und sehr ruhige Nebenstrecken, bewegen Sie sich in Frankfurt in der Praxis meist genauso souverän wie in anderen europäischen Großstädten.
Häufige Fragen
Wie sicher ist Frankfurt?
Frankfurt ist für die meisten Besucher insgesamt sicher, wenn man sich wie in jeder Großstadt verhält. Tagsüber sind Innenstadt, Westend, Nordend, Bornheim oder Sachsenhausen meist unproblematisch. Mehr Vorsicht lohnt sich in Menschenmengen, an Umsteigepunkten und spät abends. Die PKS 2025 zeigt insgesamt stabile Fallzahlen, aber weiterhin klare Schwerpunkte im öffentlichen Raum und bei bestimmten Deliktgruppen.
Welche Viertel sollte man in Frankfurt vermeiden?
Meiden müssen Sie in Frankfurt kein ganzes Viertel, aber Sie sollten Ihre Route klug wählen. Rund um den Hauptbahnhof und in Teilen des Bahnhofsviertels ist nachts mehr Aufmerksamkeit sinnvoll, besonders in Nebenstraßen. Dort treffen Reisende, Nachtleben, Drogenszene und soziale Problemlagen auf engem Raum zusammen. Bleiben Sie auf beleuchteten, belebten Straßen und vermeiden Sie unnötige Umwege allein spät in der Nacht.
In welcher Stadt in Deutschland ist die höchste Kriminalität?
Nach den aktuell verfügbaren PKS-Daten für 2025 wird Frankfurt im Städtevergleich häufig sehr weit oben eingeordnet. Dabei sollte man die Zahl vorsichtig lesen, weil bei Frankfurt auch Flughafen- und bahnbezogene Fälle mit Tatort Frankfurt einfließen. Ohne solche strukturellen Besonderheiten kann sich die Einordnung verändern. Eine offizielle Liste der „gefährlichsten Städte“ gibt es in der PKS nicht. Die Häufigkeitszahl vergleicht registrierte Delikte pro 100.000 Einwohner und bildet nur das Hellfeld ab.
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