Solarmodul-Typen: Unterschiede bei Wirkungsgrad, Kosten und Einsatz

Wer nach „Solarmodul-Typen“ sucht, will meist schnell wissen, welche Modularten es gibt und worin sie sich praktisch unterscheiden. In der Photovoltaik werden häufig vier Kategorien genannt: monokristallin, polykristallin, PERC und Dünnschicht. Diese Typen unterscheiden sich vor allem bei Wirkungsgrad, Flächenbedarf, Gewicht, Preis pro Watt und typischen Einsatzszenarien.
Welche 4 Arten von Solarmodulen gibt es?
In vielen Vergleichen tauchen vier Typen besonders oft auf, weil sie in der Praxis klare Unterschiede zeigen. Jeder Typ bringt eine eigene Balance aus Effizienz, Kosten und Montageanforderungen mit. Die folgenden Abschnitte helfen Ihnen, die Unterschiede so zu verstehen, dass Sie sie direkt auf Dach, Fassade oder Freifläche übertragen können.
1. Monokristalline Solarmodule
Monokristalline Module bestehen aus Siliziumzellen, die aus einem einzigen Kristall hergestellt werden. Typisch ist die hohe Leistung pro Fläche, weshalb sie oft gewählt werden, wenn das Dach klein ist oder pro Quadratmeter möglichst viel Ertrag erzielt werden soll. Serienprodukte liegen häufig bei etwa 20 bis 22 Prozent Wirkungsgrad, und Leistungsgarantien werden oft mit 25 Jahren oder mehr angegeben.
Material
- Reines Silizium, das als durchgehender Kristall gezüchtet wird
- Metall-Leiterbahnen zur Stromsammlung
- Abdeckung aus gehärtetem Glas
Aussehen
- Gleichmäßig tiefschwarz
- Abgerundete Zell-Ecken, dadurch kleine Lücken am Rand
- Kompakter Rahmen mit wenig sichtbarer Hardware
Vorteile
- Sehr hoher Wirkungsgrad im Alltag, oft der beste in der Massenproduktion
- Lange Leistungsgarantien, häufig 25 Jahre oder mehr
- Braucht wenig Fläche und eignet sich deshalb für kleine Dächer
Nachteile
- Höherer Preis pro Watt als bei anderen kristallinen Varianten
- Bei großer Hitze sinkt die Leistung stärker als bei manchen Dünnschichtmodulen
- Beim Sägen der Wafer geht ein Teil des Siliziums verloren
Viele Solar-Überwachungskameras nutzen monokristalline Solarmodule, weil sie auf engem Raum viel Energie liefern.
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2. Polykristalline Solarmodule
Polykristalline Module werden aus Siliziumblöcken gefertigt, die aus vielen Kristallen bestehen. Sie sind häufig günstiger pro Watt als monokristalline Varianten, benötigen dafür aber mehr Fläche für die gleiche Leistung. Typisch werden Wirkungsgrade um etwa 16 bis 18 Prozent genannt, sodass der Flächenbedarf bei gleicher Ziel-Leistung entsprechend steigt.
Material
- Silizium mit mehreren Kristallstrukturen
- Verlötete Kupfer-Sammelschienen (Busbars)
- Rahmen aus Aluminium
Aussehen
- Blau bis blaugrau, oft mit leichter Sprenkelung
- Quadratische Zellkanten, meist ohne Zwischenräume
- Etwas kräftigerer Rahmen als bei monokristallinen Modulen
Vorteile
- Geringere Kosten pro Watt als bei Single-Crystal-Modulen
- Solide Lebensdauer und gute mechanische Stabilität
- Sehr verbreitet, viele Installateure kennen diese Technik gut
Nachteile
- Ein paar Prozentpunkte weniger effizient als monokristalline Module
- Für die gleiche Leistung wird mehr Fläche benötigt, das erhöht auch das Gewicht
- Die Farbe kann unter starker UV-Strahlung schneller nachlassen
3. Passive Emitter and Rear Contact (PERC)
PERC steht für „Passive Emitter and Rear Contact“. Diese Module basieren meist auf monokristallinen Wafern, erhalten aber zusätzlich eine Rückseiten-Schicht, die Lichtanteile, die sonst verloren gingen, zurück in die Zelle reflektieren kann. In vielen Übersichten wird PERC deshalb als Leistungs-Upgrade zu klassischen Mono-Modulen beschrieben, mit häufig genanntem Mehrertrag von etwa 5 bis 8 Prozent und Wirkungsgraden, die oft bei etwa 21 bis 23 Prozent liegen.
Material
- Monokristallines Silizium
- Dielektrische Schicht auf der Rückseite
- Aluminiumbeschichtung hinten zur besseren Reflexion
Aussehen
- Vorne tiefschwarz, ähnlich wie bei Mono
- Rückfolie oft weiß oder silberfarben, damit sich das Modul weniger aufheizt
- Schlanker Rahmen, weil die Module mehr Leistung pro Fläche bringen
Vorteile
- Häufig 5 bis 8 Prozent mehr Ertrag als klassische Mono-Module
- Bessere Leistung bei wenig Licht, zum Beispiel morgens und abends
- Der Mehrertrag kann den etwas höheren Preis gut ausgleichen
Nachteile
- Bei schlechter Hinterlüftung kann die zusätzliche Schicht die Temperatur im Modul erhöhen
- Langzeitdaten über sehr viele Jahrzehnte sind noch weniger umfangreich
- Verschmutzung fällt stärker ins Gewicht, weil der Reflexionsvorteil dann sinkt
4. Dünnschicht-Solarmodule
Dünnschichtmodule nutzen keine gesägten Wafer, sondern bringen photovoltaisches Material als dünne Schicht auf Glas, Metall oder Folien auf. Häufig genannte Varianten sind CdTe oder CIGS. Der Wirkungsgrad liegt unter Standardbedingungen oft bei etwa 12 bis 15 Prozent, weshalb für dieselbe Leistung mehr Fläche benötigt wird als bei kristallinen Modulen.
Material
- Typische Varianten sind Cadmiumtellurid (CdTe) oder Copper Indium Gallium Selenide (CIGS)
- Transparente leitfähige Oxidschicht als Frontkontakt
- Flexible oder starre Trägerschicht
Aussehen
- Gleichmäßige dunkle Fläche ohne sichtbares Zellraster
- Große Glasplatten oder flexible Bahnen
- Matte Oberfläche, die sich gut in Fassaden integrieren lässt
Vorteile
- Geringes Gewicht, daher geeignet für Dächer mit niedriger Traglast
- Stabilere Leistung bei diffusem Licht, etwa an bewölkten Tagen
- Bei sehr großen Freiflächenanlagen oft günstig, wenn Land preiswert ist
Nachteile
- Niedrigerer Wirkungsgrad als bei kristallinen Modulen, deshalb braucht man mehr Fläche
- Manche Materialien, etwa Cadmium, sind beim Recycling sensibel
- Häufig weniger Anbieter und in vielen Fällen kürzere Garantien
Was sind die wichtigsten Unterschiede zwischen den Solarmodul-Typen?
Wenn Sie ein Modul auswählen, müssen Sie mehrere Faktoren gegeneinander abwägen. Die folgenden Punkte zeigen die wichtigsten Unterschiede.
Wirkungsgrad
Ein direkter Vergleich hilft, Flächenbedarf und erwartbare Leistung schnell einzuordnen. Typische Bereiche aus gängigen Marktübersichten sind: monokristallin etwa 20 bis 22 Prozent, PERC oft um etwa 21 bis 23 Prozent, polykristallin häufig 16 bis 18 Prozent und Dünnschicht meist 12 bis 15 Prozent. Diese Spannen erklären, warum sich bei gleicher Ziel-Leistung die benötigte Modulfläche sichtbar unterscheiden kann.
Kosten pro Watt
Der Preis pro Watt fällt je nach Technologie und Marktphase unterschiedlich aus, aber die Tendenz ist oft ähnlich. Polykristallin gilt bei kristallinen Modulen häufig als günstiger, während Mono und PERC meist teurer sind, dafür aber oft weniger Fläche und weniger Module benötigen. Dünnschicht kann pro Quadratmeter günstig wirken, die Systemkosten können jedoch steigen, wenn mehr Fläche, Gestelle oder Montageaufwand nötig werden.
Gewicht bei der Montage
Das Gewicht beeinflusst, ob ein Dach statisch geeignet ist und welche Unterkonstruktion nötig wird. In vielen Praxisangaben liegt Dünnschicht teils bei etwa 6 kg pro m², während Mono und PERC im Schnitt eher bei etwa 11 bis 12 kg pro m² liegen. Polykristalline Module können mit stabileren Rahmen in manchen Angaben um etwa 13 kg pro m² erreichen, was bei großen Anlagen die Dachlast spürbar beeinflussen kann.
Solarmodul-Typen im Überblick: typische Werte
Die folgende Tabelle zeigt typische Vergleichswerte, wie sie in vielen Einführungen und Angebotsübersichten verwendet werden. Reale Werte hängen vom konkreten Produkt, Standort, Montage und Marktpreisen ab.
Wie wählen Sie die beste Solarmodul-Option?
Welche Lösung am besten ist, hängt von Ort, Budget und Dachkonstruktion ab. Schauen wir uns die wichtigsten Punkte kurz an:
- Verfügbare Fläche: Messen Sie zuerst Dach oder Grundstück. Wenn wenig Platz vorhanden ist, lohnen sich meist Mono oder PERC.
- Budget: Legen Sie eine Gesamtsumme fest und prüfen Sie dann, welcher Preis pro Watt Ihr Energieziel realistisch erreicht.
- Tragfähigkeit des Dachs: Klären Sie die Lastgrenzen. Ältere Metall- oder Leichtdächer passen eher zu Dünnschicht, stabile Sparren tragen problemlos gerahmte Module.
- Klima: In sehr heißen Regionen sinkt die Leistung kristalliner Module etwas stärker, während Dünnschicht oft weniger verliert.
- Optik und Regeln: In sensiblen Bereichen wirken dunkle Module ruhiger. Mono oder unauffällige Dünnschicht passen dort häufig besser als blaue Poly-Zellen.
- Spätere Erweiterung: Wenn Sie später ausbauen möchten, wählen Sie einen Typ mit guter Verfügbarkeit und gleichbleibenden Formaten, oft Mono oder Poly.
Wann nutzt man welche Solarmodul-Typen?
Die Entscheidung wird leichter, wenn Sie Ihren Anwendungsfall klar benennen. Monokristallin passt oft zu kleinen Dächern, Offgrid-Hütten und hochwertigen sichtbaren Anlagen. Polykristallin eignet sich häufig für große Dächer, kommunale Projekte oder Anlagen, bei denen der Einstiegspreis wichtiger ist als maximale Effizienz.
PERC ist sinnvoll, wenn Sie mehr Ertrag aus ähnlicher Fläche holen möchten, ohne das Montagesystem zu ändern, zum Beispiel bei Haushalten mit Net-Zero-Ziel oder Firmen mit Lastspitzen morgens und abends. Dünnschicht passt häufig zu Hallendächern mit geringer Traglast, zu gebäudeintegrierter Photovoltaik an Fassaden oder zu großen Anlagen, wenn Fläche verfügbar ist und hohe Temperaturen eine Rolle spielen.
Fazit
Monokristallin und PERC sind oft die beste Wahl, wenn Fläche knapp ist und ein hoher Ertrag pro Quadratmeter zählt. Polykristallin kann bei ausreichend Platz ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten. Dünnschicht ist besonders dann stark, wenn geringes Gewicht, Fassadenintegration oder heißes Klima wichtige Rahmenbedingungen sind.
Häufige Fragen zu Solarmodul-Typen
Welche verschiedenen Arten von Solarmodulen gibt es?
Häufig werden vier Haupttypen unterschieden: monokristallin, polykristallin, PERC und Dünnschicht. Diese Kategorien unterscheiden sich bei Wirkungsgrad, benötigter Fläche, Gewicht und typischen Kosten pro Watt. Dadurch lässt sich der passende Modultyp gezielt nach Dachgröße, Budget und Klima auswählen.
Welche Solarmodule sind die besten?
„Beste“ hängt vom Ziel ab. Monokristallin und PERC liefern meist die höchste Leistung pro Fläche und sind deshalb stark bei wenig Platz. Dünnschicht ist oft interessant bei leichter Dachkonstruktion oder bei sehr heißen Standorten. Polykristallin bleibt attraktiv, wenn viel Fläche vorhanden ist und der Einstiegspreis im Vordergrund steht.
Was ist besser, N-type oder P-type Solarmodule?
N-type-Zellen gelten oft als weniger anfällig für lichtinduzierte Degradation und erreichen häufig höhere Wirkungsgrade, während P-type weiter verbreitet und in großen Mengen verfügbar ist. Wenn maximale Langzeit-Leistung wichtig ist und ein kleiner Aufpreis akzeptabel ist, wird N-type in vielen Fällen bevorzugt.
Welche Solarmodule sind am wenigsten effizient?
Dünnschichtmodule liegen im Wirkungsgrad meist unter kristallinen Modulen. Ältere amorphe Dünnschichtvarianten werden im Feld teils um etwa 10 Prozent genannt, während moderne CdTe- oder CIGS-Dünnschichtmodule häufig besser abschneiden, aber in der Regel unter Mono, Poly oder PERC bleiben.
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