Top 5 gefährliche Stadtteile in Hamburg und Tipps, wie man sich vor Kriminalität schützen kann

Hamburg zählt weiterhin zu den vergleichsweise sicheren Großstädten. Dennoch konzentrieren sich bestimmte Delikte auf einzelne Stadtteile und innerhalb dieser Stadtteile wiederum auf stark besuchte Plätze, Bahnhöfe oder Ausgehviertel.
Besonders aufmerksam sollten Besucher rund um den Hauptbahnhof in St. Georg, auf der Reeperbahn und am Hamburger Berg in St. Pauli sowie in stark frequentierten Einkaufsbereichen sein. Das bedeutet jedoch nicht, dass diese Stadtteile insgesamt unsicher sind. Häufig beschränkt sich das erhöhte Risiko auf bestimmte Straßen, Tageszeiten und Deliktarten.
Das Wichtigste in Kürze
- Hamburg verzeichnete 2025 insgesamt 213.596 Straftaten. Das waren rund 5 Prozent weniger als 2024.
- Die Gewaltkriminalität sank 2025 ebenfalls um 5,4 Prozent.
- St. Georg und St. Pauli bleiben Schwerpunkte der Gewaltkriminalität, obwohl auch dort 2025 weniger Gewalttaten registriert wurden.
- In St. Georg stehen vor allem der Hauptbahnhof, der Zentrale Omnibusbahnhof und das angrenzende Umfeld im Fokus.
- In St. Pauli konzentrieren sich viele Vorfälle auf die Reeperbahn und das Nachtleben.
- Hohe Fallzahlen entstehen nicht nur durch Einwohner, sondern auch durch Touristen, Pendler, Veranstaltungen und intensive Polizeikontrollen.
- Ruhige Wohngebiete wie Blankenese, Volksdorf oder Wohldorf Ohlstedt gelten als vergleichsweise wenig belastet.
Top 5 gefährliche Stadtteile in Hamburg
1. St. Georg: Schwerpunkt rund um den Hauptbahnhof
In St. Georg konzentriert sich die Kriminalitätsbelastung vor allem auf den Hauptbahnhof, den ZOB, den Steindamm, den Hansaplatz und das Umfeld des Drob Inn. Hohe Besucherzahlen, unübersichtliche Menschenmengen und die örtliche Drogenszene begünstigen Taschen-, Raub- und Gewaltdelikte.
2024 wurden hier 502 Taschendiebstähle registriert. Häufige Polizeikontrollen tragen ebenfalls zu hohen Fallzahlen bei, da dadurch mehr Drogen- und Kontrolldelikte erfasst werden. Die Wohnstraßen in Richtung Außenalster sind deutlich ruhiger als das Bahnhofsgebiet.
2. St. Pauli: Risiken im Nachtleben
Auf der Reeperbahn, am Hamburger Berg, auf der Großen Freiheit und rund um den Hans Albers Platz steigt das Risiko besonders nachts und am Wochenende. Alkohol, dichtes Gedränge und Konflikte zwischen Besuchergruppen führen häufiger zu Diebstahl, Raub und Körperverletzung.
Die Polizei registrierte 2024 in St. Pauli 604 Taschendiebstähle. Das waren zwar 19,3 Prozent weniger als im Vorjahr, die Fallzahl blieb jedoch hoch. Tagsüber und in den ruhigeren Wohnbereichen ist die Belastung geringer.
3. Hamburg Altstadt: erhöhtes Eigentumsrisiko
In der Altstadt entstehen viele Tatgelegenheiten durch Einkaufsstraßen, Sehenswürdigkeiten und Verkehrsknotenpunkte. Besonders aufmerksam sollten Besucher auf der Mönckebergstraße, der Spitalerstraße, am Rathausmarkt und am Jungfernstieg sein.
2024 wurden in der Altstadt 213 Taschendiebstähle erfasst. Hinzu kommen zahlreiche Ladendiebstähle. Das größte Risiko betrifft daher Geldbörsen, Smartphones, Taschen und andere Wertsachen in Geschäften, Menschenmengen und öffentlichen Verkehrsmitteln.
4. Sternschanze: höhere Belastung am Abend
Die Sternschanze ist durch Bars, Restaurants, Clubs und eine lebendige Kulturszene geprägt. Rund um das Schulterblatt, die Rote Flora und die Station Sternschanze steigt das Besucheraufkommen am Abend und am Wochenende deutlich.
Typische Delikte sind Diebstahl, Sachbeschädigung und körperliche Auseinandersetzungen. 2024 registrierte die Polizei hier 170 Diebstähle an oder aus Kraftfahrzeugen, 11,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Tagsüber zeigt sich das Viertel meist wesentlich ruhiger.
5. Harburg: Bahnhof und Zentrum im Blick
Im Stadtteil Harburg konzentriert sich die Belastung auf den Bahnhof, den Seeveplatz, den Harburger Ring und das Umfeld des Phoenix Centers. Der Verkehrsknotenpunkt und die großen Einkaufsbereiche erhöhen vor allem das Risiko für Eigentumsdelikte.
2024 wurden im Stadtteil 770 Fahrraddiebstähle erfasst, 2,5 Prozent weniger als 2023. Die Zahl betrifft den Stadtteil Harburg und darf nicht auf den gesamten Bezirk übertragen werden. Wohngebiete wie Marmstorf, Sinstorf oder Rönneburg weisen eine andere Sicherheitslage auf.
Datenquellen
Die Angaben in diesem Artikel basieren hauptsächlich auf der Polizeilichen Kriminalstatistik 2025 der Polizei Hamburg und dem Stadtteilatlas der Polizeilichen Kriminalstatistik 2024.
Zum Zeitpunkt der Aktualisierung ist der Stadtteilatlas 2024 die neueste vollständige Veröffentlichung mit detaillierten Zahlen für einzelne Hamburger Stadtteile. Die PKS 2025 zeigt dagegen bereits die aktuelle Entwicklung für Hamburg insgesamt und für größere räumliche Einheiten.
Welche Stadtteile Hamburgs gelten als vergleichsweise sicher?

(Foto hochgeladen auf Pexels von Fotograf Niklas Jeromin)
Auch für sichere Stadtteile gibt es keine verbindliche Rangliste. Ruhige Wohnlagen am Stadtrand weisen jedoch meist weniger typische Großstadtrisiken auf als Bahnhofs-, Einkaufs- und Ausgehviertel.
Blankenese
Blankenese ist ein überwiegend ruhiger Wohnstadtteil im Westen Hamburgs. Das Treppenviertel, der Elbstrand und die Wohngebiete rund um den Süllberg ziehen zwar Besucher an, große Bahnhöfe und dicht besuchte Ausgehzonen fehlen jedoch.
Die geringe Zahl vieler Gewalt- und Drogendelikte spricht für eine vergleichsweise ruhige Lage. Eigentumsdelikte und Einbrüche können allerdings auch in wohlhabenden Wohngebieten vorkommen.
Volksdorf
Volksdorf besitzt einen dörflich geprägten Ortskern, viele Grünflächen und überwiegend ruhige Wohnstraßen. Das Besucheraufkommen liegt deutlich unter dem Niveau der Hamburger Innenstadt.
Auch in Volksdorf werden Straftaten registriert. Dabei handelt es sich häufiger um einzelne Eigentumsdelikte wie Fahrraddiebstahl oder Einbruch. Die typische Straßenkriminalität eines Bahnhofs- oder Ausgehviertels spielt eine geringere Rolle.
Wohldorf Ohlstedt
Wohldorf Ohlstedt liegt am nordöstlichen Stadtrand und ist durch Einfamilienhäuser, Waldflächen und eine geringe Bevölkerungsdichte geprägt. Große Einkaufsbereiche, Nachtclubs und stark frequentierte Verkehrsknotenpunkte fehlen weitgehend.
Damit gehört der Stadtteil strukturell zu den ruhigeren Wohnlagen Hamburgs. Abgelegene Grundstücke können allerdings für Einbrecher interessant sein, weshalb ein angemessener Schutz von Türen, Fenstern und Zugängen sinnvoll bleibt.
Wie schützt man sich in stark frequentierten Stadtteilen?
Wertsachen in Menschenmengen sichern
Tragen Sie Portemonnaie und Smartphone möglichst körpernah. Offene Außentaschen von Rucksäcken sind besonders in Bahnhöfen, Einkaufsstraßen und öffentlichen Verkehrsmitteln leicht zugänglich.
Legen Sie Ihr Smartphone in Bars oder Restaurants nicht unbeaufsichtigt auf den Tisch. Taschen sollten geschlossen und möglichst körpernah aufbewahrt werden.
Nachts belebte Wege nutzen
Bleiben Sie nachts möglichst auf gut beleuchteten und belebten Straßen. In St. Pauli, St. Georg und der Sternschanze kann bereits eine Parallelstraße deutlich ruhiger und unübersichtlicher sein.
Wenn eine Situation aggressiv wirkt, sollten Sie Abstand halten und den Bereich verlassen. Die eigene Sicherheit hat Vorrang.
Fahrräder und Fahrzeuge richtig sichern
Fahrraddiebstahl gehört in mehreren Hamburger Stadtteilen zu den häufigen Delikten. Verwenden Sie ein stabiles Schloss und befestigen Sie den Rahmen an einem festen Gegenstand.
Wertgegenstände sollten im Auto außer Sichtweite aufbewahrt oder vollständig mitgenommen werden. Selbst Taschen ohne wertvollen Inhalt können einen Aufbruch provozieren.
Das eigene Zuhause absichern
Einbruchschutz beginnt mit mechanisch stabilen Türen und Fenstern. Außenbeleuchtung mit Bewegungserkennung kann dunkle Zugänge besser sichtbar machen. Eine Überwachungskamera kann zusätzlich Bewegungen am Eingang dokumentieren und bei erkannten Personen eine Benachrichtigung senden.
Die Kamera sollte gezielt den eigenen Eingangsbereich, Garten oder Stellplatz erfassen. Richten Sie den Aufnahmebereich so aus, dass öffentliche Gehwege und Nachbargrundstücke möglichst ausgespart bleiben.
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Einen Notfallplan festlegen
Bei einer akuten Bedrohung sollten Sie sich nicht selbst in Gefahr bringen. Suchen Sie einen sicheren Ort auf und informieren Sie die Polizei unter 110. Bei Feuer oder medizinischen Notfällen gilt die Nummer 112.
Familien können vorab festlegen, wie sie sich bei einem Einbruch verhalten, welchen sicheren Raum sie aufsuchen und wie Kinder Hilfe verständigen.
Fazit
Hamburg wurde 2025 insgesamt sicherer. Die Zahl der registrierten Straftaten sank um 5 Prozent, und auch die Gewaltkriminalität ging zurück. St. Georg und St. Pauli bleiben dennoch lokale Schwerpunkte. Die Risiken konzentrieren sich dort vor allem auf Bahnhöfe, Ausgehstraßen und stark besuchte öffentliche Plätze.
Eine realistische Bewertung berücksichtigt den konkreten Tatort, die Uhrzeit, das Besucheraufkommen und die jeweilige Deliktart. Wer an Bahnhöfen und in Ausgehvierteln auf seine Wertsachen achtet, nachts belebte Wege nutzt und das eigene Zuhause angemessen sichert, kann sich in Hamburg grundsätzlich sicher bewegen.
FAQs
Welches ist die schönste Gegend in Hamburg?
Hamburg bietet zahlreiche schöne Gegenden, jedoch sind die gepflegtesten Stadtteile Blankenese, Winterhude und das Schanzenviertel. Hier finden Sie einen hohen Sicherheitsstandard, eine hohe Lebensqualität und kulturelle Vielfalt.
Wo wohnen Reiche in Hamburg?
Die wohlhabendsten Stadtteile Hamburgs sind Uhlenhorst, Harvestehude und Othmarschen. Besonders in Uhlenhorst, am Alsterufer, finden sich beeindruckende Villen und luxuriöse Wohnanlagen.
Was ist der gefährlichste Stadtteil Hamburgs?
St. Georg und St. Pauli weisen bei mehreren Gewalt-, Raub- und Diebstahlsdelikten eine besonders hohe Belastung auf. Eine seriöse Rangfolge hängt von der betrachteten Deliktart und der verwendeten Berechnungsmethode ab. St. Georg ist stark durch den Hauptbahnhof und die Drogenszene geprägt. In St. Pauli spielen das Nachtleben und Alkohol eine größere Rolle.
Ist Hamburg für Touristen sicher?
Hamburg ist grundsätzlich ein sicheres Reiseziel. Touristen sollten vor allem an Bahnhöfen, auf Einkaufsstraßen und im Nachtleben auf Taschendiebstahl achten. Die bekannten Sehenswürdigkeiten können tagsüber und abends normal besucht werden. Es gelten dieselben grundlegenden Vorsichtsmaßnahmen wie in anderen europäischen Großstädten.
Ist St. Pauli gefährlich?
Tagsüber ist St. Pauli in vielen Bereichen unproblematisch. Das Risiko steigt vor allem nachts rund um die Reeperbahn, den Hamburger Berg und die Große Freiheit. Alkohol, Menschenmengen und Konflikte führen dort häufiger zu Diebstahl oder Körperverletzung. In den ruhigeren Wohnbereichen fällt die Belastung geringer aus.
Welche Gegenden in Hamburg gelten als sicher?
Blankenese, Volksdorf und Wohldorf Ohlstedt zählen aufgrund ihrer ruhigen Wohnstruktur, geringeren Besucherzahlen und fehlenden Ausgehschwerpunkte zu den vergleichsweise sicheren Gegenden. Als sicher gelten hier Stadtteile mit einer relativ niedrigen Kriminalitätsbelastung. Einzelne Straftaten können trotzdem vorkommen.
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